
Torfabbau und Naturschutz
Im Großen Moor bei Neuenkirchen-Vörden wurde ein gelungener Kompromiss zwischen Naturschutz und Rohstoffgewinnung erzielt: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND, Landesverband Niedersachsen) und das Umweltforum Osnabrücker Land (UFO) sowie das Substratunternehmen Gramoflor entwickelten gemeinsam ein Konzept, das Torfabbau und Hochmoorschutz miteinander verbindet – und so zeigt, wie Klimaschutz und regionale Wirtschaft Hand in Hand gehen können.
2024 erteilte der Landkreis Vechta der Firma Gramoflor die Genehmigung zum Torfabbau auf einer Fläche von rund 95 Hektar im Großen Moor in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden – auch Campemoor genannt. Gegen diese Genehmigung legten der BUND sowie das UFO zunächst Widerspruch ein. Anders als häufig üblich, blieben die verschiedenen Interessengruppen jedoch im intensiven Austausch und entwickelten gemeinsam einen beispielhaften Kompromiss zwischen dem bereits genehmigten Torfabbau und den Zielen des Klima- und Naturschutzes.
Zur Umsetzung dieser gemeinsamen Zielsetzung schlossen BUND, UFO und Gramoflor eine schriftlich fixierte Vereinbarung. Daraufhin nahmen die Verbände ihren Widerspruch zurück. Auf 45 Hektar erfolgt weiterhin die Torfgewinnung im Gramoflor-eigenen Ober-Unterfeld-Verfahren nach dem sogenannten NABU-IVG-Konzept. Dieses ermöglicht es, bereits während der Torfgewinnung moortypische Vegetation wieder anzusiedeln und frühzeitig neue CO2-Speicher auf den vormals landwirtschaftlich genutzten Flächen aufzubauen. Auf mindestens 30 Hektar wird eine sogenannte „Moorrandsanierung“ vorgenommen. Hier wird ausschließlich der durch die landwirtschaftliche Nutzung belastete Oberboden abgetragen, um optimale Bedingungen für die Entwicklung eines neuen Hochmoors zu schaffen. Auf der verbleibenden Restfläche, die sich aus dem NABU-IVG-Konzept ergibt, wird eine zusätzliche Klimakompensation realisiert.
Josef Gramann, geschäftsführender Gesellschafter von Gramoflor, fasst den Ansatz so zusammen: „Jedem Hektar Torfgewinnungsfläche steht ein Hektar Moorsanierungsfläche gegenüber und am Ende wird dann auf der gesamten Fläche ein lebendes CO2-speicherndes Hochmoor entstehen.“








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