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Staudentage Grünberg 2026

Glückliche GdS-Stipendiaten

Die Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) hat zwei Stipendiatinnen die Teilnahme an den alljährlichen Staudentagen der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg finanziert. Die beiden glücklichen Ausgewählten berichten im Nachgang über ihre Erlebnisse dort.

von erschienen am 16.02.2026
Lena Ziegler, Jeannette Jelitto (GdS) und Sontje Stiebitz bei den Staudentagen 2026 © Folko Kullmann
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Lena Zieglers Bericht:

Durch das Stipendium der Gesellschaft der Staudenfreunde e. V. für junge oder angehende Staudengärtnerinnen und Staudengärtner hatte ich die Möglichkeit, zum ersten Mal an den Grünberger Staudentagen im Januar 2026 teilzunehmen. Ich selbst bin noch Auszubildende in einem Hamburger Familienbetrieb, wo ich in der Produktion arbeite sowie im Verkauf tätig bin und lerne, Kundinnen und Kunden zu beraten.

Für viele Teilnehmende aus Norddeutschland war die Anreise durch den in der Woche beginnenden Schneefall beschwerlich, einige berichteten über Anreisewege von mehr als 10 Stunden! Auch ich war davon betroffen, doch in dieser schönen Winterlandschaft eingeschneit zu sein und sich dabei intensiv mit Stauden zu beschäftigen: Was will man mehr? Was mir ziemlich schnell auffiel, war die Vernetztheit der Anwesenden untereinander. Planer und Produzentinnen, Forscherinnen und Anwender, Einzelkämpfer und Koryphäen – viele waren miteinander bekannt, pflegen teils über Jahre schon Austausch, Bekanntschaft und Freundschaft.

Einen ganz wunderbaren Einstieg in das Seminar gestaltete Harald Sauer, Gärtnermeister, Pflanzplaner und Karl-Foerster-Preisträger, mit eindrucksvollen Aufnahmen seiner Gestaltungen aus den letzten Jahren. Dazu zählen Gärten im Luisenpark in Mannheim und im Ebertpark in Ludwigshafen.

Was mich besonders angesprochen hat, war der Vortrag von Frau M. Sc. Daniela Corduan „Vegetationsplanung für Versickerungsbeete“. Zu dieser Form des dezentralen Regenwassermanagements in Städten hat sie an der TU Berlin geforscht und präsentierte spannende Erkenntnisse, wie mit häufig eher trockenheitsliebenden Stauden diese Extremstandorte wirkungsvoll bepflanzt werden können. Wiederholt wurde in den ganz unterschiedlichen Vorträgen erkenntlich, wie bedeutsam Trockenheitsverträglichkeit von Pflanzungen wird und dass fachgerechte Pflege für den Erfolg jeder Planung Voraussetzung ist. Für mich neu waren die Vorzüge der Verwendung von Sand als Substrat und Mulchmittel, was teils auch hitzig diskutiert wurde.

Nicht nur bekannte Gesichter aus der Branche lernte ich kennen, auch Orte, die ich als junge Staudengärtnerin einmal besuchen sollte, wie die Weihenstephaner Gärten oder den Hermannshof in Weinheim. Gedanklich plant man also schon den nächsten Urlaub…

Abends wird traditionell in der „Bayernstube“ zusammengesessen und dort wird mir auch klar, warum viele Anwesende jedes Jahr wieder nach Grünberg kommen. Die Staudenwelt ist doch eher eine kleine Blase und der Kontakt zu Gleichgesinnten ist daher etwas Wichtiges und Erfüllendes.

Ich nehme aus drei sehr intensiven Tagen einen Einblick in die Vielfalt meines Berufsfeldes mit und bin fasziniert von den Menschen, die alle – wie ich auch – die Arbeit mit Stauden schätzen.

Voller Vorfreude auf die kommende Saison bedanke ich mich für diese Erfahrung, insbesondere bei der GdS, und ermutige zu einem Besuch in Grünberg.

Sontje Stiebitz’ Bericht:

Dank eines Stipendiums der Gesellschaft der Staudenfreunde e. V. durfte ich im Januar an den Grünberger Staudentagen 2026 teilnehmen – für mich eine besondere Erfahrung. Im Alltag arbeite ich als Gärtnerin im Botanischen Garten der Universität Hamburg, doch Grünberg war ein Ort des Innehaltens, Lernens und vor allem des Austauschs. Zwischen Vorträgen, Kaffeepausen und abendlichen Gesprächen trafen sich Menschen aus Botanischen Gärten, Staudengärtnereien, anderen Privatbetrieben und der Landschaftsarchitektur. Für viele ein jährliches Wiedersehen, für mich ein erstes Kennenlernen – offen, herzlich und inspirierend.

Die Vorträge reichten von stimmungsvollen Staudenpflanzungen im Stadtgrün über Versickerungs- und Sandbeete, vertikale Bepflanzungen durch Living Walls bis hin zu mitreißenden Einblicken in die Welt der Wildbienen und Insekten. Immer wieder wünschte ich mir, diese Gärten, Parks, Projekte und Landschaften wie die unendlichen Weiten der mongolischen Steppe selbst in der Saison zu erleben. Neben Fachlichem prägten Gespräche in den Pausen, Tischtennis und Darts, ausgiebige Abende in der Bayernstube und gemeinsames Lachen die Tage. Ich reiste mit vielen neuen Kontakten, großer Inspiration und echter Dankbarkeit zurück. Ganz besonders möchte ich an dieser Stelle Jeannette Jelitto und Thomas Winkelmann von der Regionalgruppe Hamburg danken, ohne die diese Reise für mich nicht möglich gewesen wäre.

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