
Die besten Pflanzen für lichtarme Gartenbereiche
Auch für Schattenstandorte gibt es farbenprächtige Blütenstauden und leuchtende Blattschmuckstauden. Es kommt auf die richtige Auswahl an, damit die Pflanzen auch an schattigen Standorten gedeihen.
von BGL erschienen am 27.04.2026Schattige Bereiche im Garten sind für oft eine besondere Herausforderung. All die prächtigen Stauden, so scheint es, wünschen sich helle Standorte – Echinacea, Fackellilie, Kugeldistel, Schwertlilie … wohingegen sich für sonnenarme Beete nur wenige und eher langweilige Pflanzen empfehlen. „Das stimmt natürlich nicht, aber dieser Glaube kommt auch nicht von ungefähr“, weiß Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Präriestauden beispielsweise, die es eher trocken und sonnig mögen, haben schon deutlich farbintensivere und größere Blüten als beispielsweise Stauden, die am Gehölzrand beheimatet sind. Doch das Sortiment ist ebenso groß und vielfältig, und Gestaltungsmöglichkeiten gibt es viele. Außerdem wirken Blütenfarben im Schatten häufig sogar stärker als in direkter Sonne. Gekonnt platziert entsteht so ein eindrucksvolles Gesamtbild!“

Verschiedene Arten von Schatten
Um zu wissen, was in sonnenarmen Beeten alles möglich ist, sollte man zuerst herausfinden, um welche Art von Schatten es sich handelt. „Unter einem Baum mit eher kleinen und weichen Blättern spricht man von leichtem Schatten. Hier gelangt noch relativ viel Sonne durch das Laubdach auf den Boden“, erklärt Dr. Michael Henze. „Unter sehr großen, dichten Bäumen herrscht dagegen tiefer Schatten, was die Bepflanzung herausfordernder, aber nicht unmöglich macht. Dazwischen liegen Streuschatten und Halbschatten.“ Schwierig ist dagegen der trockene Schatten unter einem Dachvorsprung oder einer dichten Pergola. Hier gelangt kein Regen zum Boden, was es Pflanzen schwer macht zu überleben. Generell gilt aber, dass es im Schatten tendenziell etwas feuchter ist, denn während sonnenexponierter Boden schnell austrocknet, bleibt die Feuchtigkeit in schattigen Bereichen länger gespeichert. Das hat auch den positiven Nebeneffekt, dass im Sommer oft keine extra Gießrunden nötig sind. „Spannend ist auch die Lichtsituation im Jahresverlauf, denn auch sie beeinflusst die Bepflanzung“, so Dr. Michael Henze. „Bei Bereichen unter Laubbäumen und Pergolen mit Laubrankpflanzen gelangt im Frühjahr vor dem Austrieb das Licht ungehindert auf den Boden. Das ermöglicht es vielen Zwiebelpflanzen, wie Winterlingen oder Narzissen, dort zu blühen.“
Blühende Pflanzen für den Schatten
Weiß man, um welche Art von Schatten es sich handelt, kann man eine standortgerechte Auswahl treffen. Das Sortiment an Blühpflanzen umfasst für fast jede Situation sowohl imposante Stauden als auch dichte Bodendecker. Die bis zu zwei Meter hohe Silberkerze zum Beispiel trumpft mit luftig-leichten Blütenständen auf, die in hellgelb und weiß für elegante Lichtreflexe sorgen. Die Astilbe steht etwas aufrechter im Garten, ihre Blüten sind ähnlich fedrig und haben eine Farbpalette von reinweiß und pastellgelb über hellrosa bis hin zu violett. Beide bevorzugen einen frischen, humosen Boden. Die Gewöhnliche Akelei bringt zarte, hängende Blüten ins Beet und kann wunderbar mit dem Tränenden Herzen kombiniert werden, das mit seiner romantischen Form bis in den Frühsommer hinein ein Hingucker ist. Diese beiden Gewächse mögen es humos und nährstoffreich. Der Storchschnabel (Geranium) breitet sich weniger in die Höhe, sondern eher flächig aus und bildet mit der Zeit einen dichten Teppich. Einige Sorten, wie der Rosa-Storchschnabel, kommen sehr gut mit Wurzeldruck zurecht und sind daher perfekt für die Unterpflanzung von Gehölzen. Mit dieser Eigenschaft besticht auch das Siebenbürger Lederblümchen in royalem Blau.

Blattschmuckstauden und Farne
Neben Blüten trumpfen viele Schattenpflanzen vor allem mit ihrem Laub auf. Die Vielfalt an Formen, Strukturen und Grünschattierungen ist enorm und wird von Landschaftsgärtnerinnen und -gärtnern häufig bewusst in Szene gesetzt. Da wären beispielsweise Funkien, die es in Cremeweiß, Gelb, Blaugrau, mehrfarbig sowie interessant panaschiert, das heißt farbig gefleckt oder gestreift, gibt. Gerade die großblättrigen Varianten sind ein beliebter Hingucker im Beet und fangen das natürliche Lichtspiel unter Laubbäumen wunderbar ein. Von Juni bis September bilden sie zudem zarte, glockenähnliche, je nach Sorte weiße oder lilafarbene Blüten aus, einige duften sogar. Perfekte Beetpartner sind Farne, die – auch wenn es viele Gartenbesitzende nicht glauben – eine enorme Vielfalt mitbringen. Das Sortenspektrum reicht vom Tüpfelfarn, der gerade einmal eine Höhe von 20 Zentimetern erreicht, bis zum Königsfarn, dessen Wedel eineinhalb Meter lang werden können. Der Hirschzungenfarn präsentiert ungeteilte, zungenförmige Wedel, während der grazile Schildfarn wintergrün ist. Dr. Michael Henze: „Auch viele Gräser bieten sich für lichtarme Beete an, zum Beispiel das Bärenfellgras, das dichte Polster bildet, oder das Gold-Japanwaldgras, das grün-gelb gestreifte Blätter ausbildet.“
Weitere Informationen rund um Gartengestaltung, Pflanzentipps und eine Liste mit Garten- und Landschaftsbaubetrieben in der Nähe gibt es auf www.mein-traumgarten.de.










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