Bundesgartenschau, vier Landesgartenschauen und eine regionale Gartenschau
Dieses Jahr finden neben der Bundesgartenschau in Mannheim vier Landesgartenschauen in Fulda, Freyung, Bad Gandersheim und Höxter und eine regionale Gartenschau in Balingen statt. Hier folgt ein erster Überblick über das jeweilige Gartenschaugelände und die wichtigsten Bereiche.
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Bundesgartenschau Mannheim 14. April bis 8. Oktober 2023
www.bundesgartenschau.de
Als erste CO2-neutrale Gartenschau steht die BUGA Mannheim 2023 unter den vier Leitthemen Klima, Umwelt, Nahrung und Energie. Sie findet auf zwei unterschiedlichen Geländen statt, die durch eine Seilbahn miteinander verbunden sind: dem Luisenpark, der bereits 1975 Schauplatz einer Bundesgartenschau war, und auf Spinelli, einem ehemaligen Militärgelände, das von von RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten für die Buga umgestaltet wurde. Der Luisenpark glänzt mit neuer Parkmitte mit Besucherzentrum, Pflanzenschauhäusern und Tiergehegen sowie einem „Garten der Partnerstädte“ und großen Staudenpflanzungen. Auf 300 m2 wurden Rhododendren Inkarho-Sorten und Fuchsien gepflanzt. Renommierte Staudengärtnereien haben zehn je 90 m2 große Staudenbeete für unterschiedliche Standortbedingungen gestaltet: Stauden Becker, Stauden Drumm, Stauden Junge, Häussermann Stauden+Gehölze GmbH, Michael Moll - Winterharte Gartenstauden, Till Hofmann & Fine Molz GbR, Staudengärtnerei Siegmar Poltermann, Schachtschneider Stauden und Marketing GbR, Bamberger Staudengarten und Burkhard Früchtenicht Lohhof Stauden
Das Spinelli-Gelände ist Teil des Grünzugs Nordost, der 230 ha Grünfläche miteinander verbindet. Eine 62 ha große „offene Mitte“ wird dauerhaft als Frischluftschneise für die Mannheimer Innenstadt fungieren, ein wichtiger städtebaulicher Impuls. Auf Spinelli finden ein Großteil der gärtnerischen Ausstellungen und die 19 Hallenschauen unter Leitung von Gabriele Haufe statt. Nach dem Konzept des temporären „Experimentierfelds“ werden auf dem Gelände zukunftsweisende Technologien gezeigt: clevere Bewässerungssysteme, ein Flachsfaser-Pavillon, Energiegewinnung aus Silphien, futuristisch begrünte Häuser. Mit 20 ha ist ein Teil des Geländes mit Wechselflor und Staudenbändern bepflanzt, es blühen Rosenbeete und 2.023 „Zukunftsbäume“ wachsen heran. Zudem sind dort der Friedhofsbeitrag und Schaugärten zu sehen.
LGS Fulda (Hessen) 27. April bis 8. Oktober 2023
www.lgs-fulda-2023.de
Unter dem Motto „Fulda verbindet ...“ hat die 7. Hessische Landesgartenschau (LGS) bestehende Naherholungsgebiete mit neu geschaffenen Parkarealen verbunden. Im Mittelpunkt stehen die vier Gärten „WasserGarten“, „GenussGarten“, „KulturGarten“ und „SonnenGarten“ auf rund 42 ha Ausstellungsfläche. Der WasserGarten – das Gelände rund um den Aueweiher – ist beliebtes Ausflugsziel für die ganze Region. Hier befindet sich der Haupteingang mit Ticketverkauf, Informationsstand, Geländeplan und Verleih von Bollerwagen und Mobilitätshilfen. Auf dem Weg zum GenussGarten queren die Besucher/-innen das Areal der 1. Hessischen Landesgartenschau 1994 in Fulda. Eine Ausstellung mit Fotos oder der Besuch im Umweltzentrum erinnert an die großartige erste Gartenschau in Hessen. Im GenussGarten schließlich sind alle Sinne gefragt: schauen, riechen, schmecken und (wohl-)fühlen mit angrenzenden Blumenschauen und großer Parkbühne. Nächster Anlaufpunkt ist der KulturGarten. Hier erleben Besucher über einen mit Staudenpflanzungen und Blumenbeeten gesäumten Zickzackweg den wohl typischsten Ausstellungsbereich für eine Gartenschau. Gartenkultur ist hier Programm: mit Schau- und Mottogärten, einer Balkonpflanzenausstellung, Friedhofskultur, dem Garten der Städtepartner und vielem mehr. Über die neu gebaute „Panoramabrücke überm Engelshaus“ geht es zum vierten Geländeteil, dem SonnenGarten mit grüner Wiesen, blühenden Obstbäumen, umgegeben von üppig blühenden bunten Beeten. Ein besonderes Highlight ist der sanierte Tiergarten mit dem neuen imposanten Torhaus. Eine Besonderheit ist das Modellprojekt „Fulda Acker“. Erstmals wird eine 10 ha große Ausstellungsfläche für landwirtschaftliche Themen angeboten.
Gartenschau Balingen (Baden-Württemberg) 05. Mai – 24. September 2023
www.balingen2023.de
Dauerhaft neu- und umgestaltete grüne Parks, neue Zugänge zu Eyach und Steinach, Erholungsorte, Hochwasserschutz am gefährdeten Eyachufer, Natur erleben in der Innenstadt - das sind die Schwerpunkte der Gartenschau Balingen. Eine nachhaltige Aufwertung der Stadt bieten 14 Hektar neu- und umgestaltete Flächen entlang dem grünen Band der Eyach und der Steinach und dem darin enthaltenen 7,5 ha großen Gartenschau-Gelände. Mit dem Fokus auf das nachhaltige Zurückbringen der Stadt an den Fluss nah an die Innenstadt, wurde in Balingen rund um die beiden Flüsse Eyach und Steinach viel gebaut und neu- und umgestaltet. Das Beseitigen einer ehemaligen Gewerbebrache mit Öllasten, die mit den Bürgern gemeinsame Planung des Parks rund um das neu eröffnete Jugendhaus, die Aufwertung des Stadtparks, als einzigem bisherigen grünen Park in Balingen, eine Zugänglichkeit zum Wasser der Eyach und der Steinach und das Hervorbringen einiger bisher nicht beachteter historischer Schätze gehören dazu. Neue Spielmöglichkeiten aller Art, Größe und für jedes Alter sorgen für mehr Lebensqualität in allen Bevölkerungsgruppen. Die täglichen Highlights und insgesamt über 1.000 bunte Veranstaltungen aus den Bereichen Theater Kunst, Musik machen einen Besuch zum Erlebnis.
LAGA Bad Gandersheim (Niedersachsen) 14. April bis 15. Oktober
laga-bad-gandersheim.de
40 ha umfasst das Gelände der Landesgartenschau Bad Gandersheim mit seinen fünf ganz unterschiedlichen Parkbereichen. Prägendes Element des gesamten Geländes ist das Wasser mit den Flüssen Gande und Eterna sowie den drei Osterbergseen. Die neu geschaffene Gande-Promenade verbindet weite Teile des Geländes mit der historischen Innenstadt. Sie wird gesäumt von einem über 1 km langem Blütenband. Naturnahe Staudenpflanzungen werden ergänzt durch jahreszeitlichen Wechselflor. Die wiesenhaften Staudenpflanzungen hat der Münchner Landschaftsarchitekt Heiner Luz nach dem „Prinzip der Aspektbildner“ angelegt. Sonnenhut, Taglilien, Pfingstrosen und Astern stehen hier im Vordergrund. Das Konzept für die Wechselflorflächen entwarf die Landschaftsarchitektin Laura Heuschneider. Gemeinsam haben sie ein Blütenbild mit insgesamt 60.000 Stauden und rund 160.000 Blumenzwiebeln entworfen.
Im Spiel- und Sportpark schlängelt sich ein orangeroter, 700 m langer Loop durch alten Baumbestand. Ein großes inklusives Spielgerüst, zwei Boulderfelsen und eine Calisthenics-Anlage greifen neue Bewegungstrends auf. Hier befinden sich auch die sechs Themengärten, die von Garten- und Landschaftsbau Fachbetrieben der Region realisiert werden. Zentraler Platz der LGS ist die "Steinerne Insel", die mit ihren eingeschnittenen Sitzterrassen den Blick auf die Sparkassen-Seebühne und die neuen Bastionen am zweiten Osterbergsee eröffnet. Über eine Furt kaskadiert das Wasser in den Ersten Osterbergsee, in dem ein Rundsteg mit 53 m Durchmesser die neue Fontänenanlage einfasst. Gleich daneben liegt das neue Sole-Naturfreibad. Der Roswithapark beherbergt neben der Outdoorküche, dem Kreativgarten der LandFrauen und dem Pavillon der Regionen, den Beitrag "Grabgestaltung und Denkmal". Das sich nördlich anschließende Landschutzgebiet Auepark wurde naturnah entwickelt. Eine 150 m lange barrierefreie Steganlage lässt den Blick auf die bislang verborgenen Wasserflächen zu. Die Ausrichtung der LGS eröffnete Bad Gandersheim die einmalige Chance, den kompletten Kurparkbereich nachhaltig weiterzuentwickeln und die Themen Gesundheit und Wellness zeitgemäß neu zu interpretieren. Das Konzept entwarf das Büro nsp Landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbH Schonhoff Schadzek Depenbrok.
LGS Freyung (Bayern) 25. Mai bis 3. Oktober
www.lgs2023.de
Die Gartenschauareale der bisher höchstgelegenen bayerischen LGS in Freyung inmitten des Bayerischen Waldes verteilen sich auf 11 ha Fläche: Burgberg, Wiesenpark und Waldgärten. Der Burgberg beherbergt die gärtnerischen Ausstellungen: Firmengärten, der Bayerncup (Wettbewerb der angehenden bayerischen Landschaftsgärtner), Infozentrum, die Bayerischen Staatsministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Umwelt und Verbraucherschutz sind hier unter anderem angesiedelt, ebenso die Hauptbühne mit rund 500 Steh- bzw. 250 Sitzplätzen. In den Gärten am Burgberg schenken Profi- und Freizeitgartenbauer überraschende Einblicke in verschiedene Themenwelten. Die elf Blumenschauen werden in und auf mehrere Ausstellungselemente verteilt stattfinden, zum größeren Teil im Ausstellungsbereich Burgberg, aber auch im innerstädtischen Freyung direkt vor dem Rathaus. Rund um die Region dreht sich alles im Wiesenpark. Hier steht der Regionalpavillon des Landkreis Freyung-Grafenau. Wechselnd stellen sich die Landkreiskommunen vor, bieten Vereinen eine Bühne. Ein Kletterspielplatz mit vielfältigen Spielmöglichkeiten grenzt an. In den Waldgärten dreht sich alles rund um den Wald. Umwelt- und Naturschutz stehen im Mittelpunkt.
LGS Höxter (Nordrhein-Westfalen) 20. April bis 15. Oktober
www.landesgartenschau-hoexter.de
Eine Stadt am Fluss mit Geschichte: So präsentiert sich das Höxter im Weserbergland zur Landesgartenschau. Landschaftsarchitekt Franz Reschke aus Berlin lässt die urigen Fachwerkgässchen näher an die Weser heranrücken und schafft eine Verbindung zum nahe gelegenen Schloss und Welterbe Corvey. Dem imposanten Westwerk liegt der Remtergarten zu Füßen, wo prächtige Stauden, Rosen, Heilpflanzen sowie alte und neue Gemüse wachsen. In der Outdoor-Klosterküche wird gekocht in Töpfe und Pfannen, auch mit Blumen – Malven-Blüten machen sich gut im Smoothie und Dahlien-Knollen werden zu Rösti verarbeitet. Das Pflanzplanungs-Büro Christian Meyer aus Berlin hat für den Remtergarten eine große Vielfalt an essbaren Blumen zusammengestellt.
Der angrenzende Archäologiepark lässt Corvey als versunkene mittelalterliche Stadt wieder auferstehen – mittels Augmented Reality und in Hörspielen. Die Besucher können virtuell in die dreischiffige Marktkirche eintreten, auf dem Hellweg einem Fuhrwerk begegnen oder über die riesige Weserbrücke staunen. So soll die Welterbestätte Corvey dauerhaft für Touristen noch attraktiver werden. Der neugestaltete Wall mit einem Band aus schattenverträglichen Stauden unterhalb der Stadtmauer, die moderne Weserpromenade mit Sitzstufen bis zur Wasserkante und die Weserscholle als Naherholungsort am Fluss erhöhen die Lebensqualität der Höxteraner nachhaltig. Drei neue Spielplätze, eine überdimensionale Murmelbahn und eine Mitmach-Grabung im Archäologiepark sind anziehend für Familien mit Kindern. Im Frühling empfängt ein blaues Band aus Traubenhyazinthen die Besucher, im Sommer duftet ein zwei Hektar großes Lavendelfeld. Im Weserbogen strebt der Hopfen rings um eine Obstplantage himmelwärts, schon die ersten Corveyer Mönche machten damit ihr Bier haltbar. Im Auengarten hoch über dem Strom kühlen die Gartenschau-Gäste ihre müden Füße in Teichen. Ein Dampfer-Shuttle pendelt auf der Weser, auch eine Bimmelbahn verkehrt zwischen Höxter und Corvey.
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