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Nachhaltige Substrate

Bewusstsein für torffreies Gärtnern wächst

Die Ergebnisse einer aktuellen Verbraucherumfrage zeigen Fortschritte und weiteren Handlungsbedarf, was den Einsatz torffreier oder torfreduzierter Substrate im Hausgarten betrifft.

von FNR erschienen am 23.02.2026
© FNR
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„Wie bekannt ist die klimaschädliche Wirkung von torfhaltigen Erden bei Endverbrauchern?“ Diese Frage richtete die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) anhand repräsentativer Umfragen bereits 2021 und 2023 an Hobbygärtnerinnen und -gärtner.

Im September 2025 wiederholte sie die Befragung. Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Das Bewusstsein für die Klimarelevanz torfhaltiger Erden nimmt zu – zugleich gibt es weiteren Aufklärungsbedarf. Die Ergebnisse und Entwicklungen sind in einer Kurzübersicht zusammengefasst.

Bewusstsein für Torfreduktion wächst zunehmend

Im Vergleich zu den Erhebungen aus den Jahren 2021 und 2023 ordnen Verbraucherinnen und Verbraucher Torf heute deutlich häufiger korrekt als fossilen Rohstoff ein. Nur noch gut ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass Torf ein nachwachsender Rohstoff ist (2023: 32 Prozent). Auch die Kenntnis der negativen Auswirkungen der Torfnutzung auf das Klima ist gestiegen: 44 Prozent der Befragten sind sich der Klimarelevanz bewusst – ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2023 (33 Prozent).

Entsprechend gewinnt der Einsatz torffreier Blumenerden an Bedeutung. Eine Mehrheit der Befragten (56 Prozent) betont die Bedeutung torffreier Erden für den Natur- und Klimaschutz – häufiger als noch 2023 (50 Prozent). Diese Entwicklung unterstreicht, dass Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen Wirkung zeigen.

Preis und Anwendung bleiben kaufentscheidend

Gleichzeitig macht die Umfrage deutlich, dass Wissen allein nicht automatisch zu einer breiten Verhaltensänderung führt. Beim Kauf von Blumenerde sind der Anwendungsbereich und der Preis entscheidend. Der Torfgehalt ist für 44 Prozent der Befragten ein relevantes Kaufkriterium und damit erst drittwichtigster Faktor. Besonders Verbraucherinnen und Verbraucher ab 60 Jahren achten verstärkt auf torffreie Produkte.

Als Hemmnisse bei der Nutzung torffreier oder torfreduzierter Erden nennen viele Befragte praktische Sorgen: Befürchtet werden insbesondere Schädlinge sowie Verunreinigungen wie Steine oder Plastik. Notwendigerweise angepasste Düngungs- und Bewässerungsmanagements sind den Befragten hingegen nicht bewusst. Solche Unsicherheiten zeigen, wie wichtig eine gezielte Verbraucheraufklärung zur Anwendung torffreier Erden ist.

Torfminderungsstrategie auf dem Prüfstand

In Hobbyerden kamen 2024 noch ca. 34 % Torf zum Einsatz (IVG, 2025). Das politisch formulierte Ziel eines vollständigen Torfausstiegs im Hobbygartenbau bis 2026 wird voraussichtlich verfehlt. Die Umfrage zeigt jedoch zugleich, dass die Richtung stimmt: Das Problembewusstsein wächst, und die Bereitschaft, torffreie Alternativen zu nutzen, ist vorhanden.

Der kürzlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium einberufene Runde Tisch „Torfminderung“ bietet nun die Chance, diesen Prozess weiter voranzubringen. Gemeinsam mit der Branche sollen hier neue Ausstiegsziele formuliert werden, die ausreichend Raum lassen, um bestehende Hemmnisse weiter abzubauen, Qualitätsstandards weiterzuentwickeln und Informationsangebote für Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt zu stärken.

Die Ergebnisse der Umfrage machen deutlich: Eine erfolgreiche Torfminderung gelingt nur über die umfassende Information der Verbraucherinnen und Verbraucher. Praktische Sorgen gilt es ernst zunehmen und torffreie Produkte als leistungsfähige, alltagstaugliche Alternativen sichtbar zu machen.

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