
Landesgartenschauen 2026
Die vier Landesgartenschauen (LGS) in diesem Jahr setzen Konzepte um, die auf nachhaltige Stadtentwicklung, Renaturierung und Schaffung von urbanen Grünräumen Wert legen.
von PR/Red. erschienen am 27.03.2026Landesgartenschau Bad Nenndorf, Niedersachsen (29. April bis 18. Oktober)
1Die Landesgartenschau in Bad Nenndorf ist geprägt von der historischen Parkanlage der Bäderstadt. Die Neuplanungen zur 38 ha umfassenden LGS betreffen drei Bereiche: den sanierten Kurpark mit alterwürdigen Bäumen, den seit den 1980er-Jahren nicht mehr gepflegten Landschaftspark auf dem bewaldeten Galenberg und den Wiesenpark.
2Entsprechend dem Wettbewerbsbeitrag von hutterreimann Landschaftsarchitektur entstand im Kurpark unterhalb der Liegehalle ein Teich mit großer Sitzstufenanlage, die den Blick über das Wasser zur Süntelbuchenallee lenkt, dem Wahrzeichen Bad Nenndorfs. Durch die Süntelbuchenallee führt nun ein Steg mit Handlauf. Der Galenberg im Landschaftspark ist geprägt von alten Buchenbeständen. Das geschwungene, labyrinthische Wegenetz wurde denkmalgerecht saniert. Neu angelegt wurden zahlreiche thematische Staudenpflanzungen, geplant von Christian Meyer, Berlin. Der Anstieg auf den Galenberg mit dem kreisrunden Waldtempel auf dem Gipfel wurde barrierefrei erschlossen. Drei Staffagebauten im Landschaftspark wurden restauriert: das Knüppelhaus am Südhang des Galenberges, das Birkenhaus mit Blick auf das Schlösschen und das neue Borkenhaus am Panoramaweg.
Der Panoramaweg verwebt Kurpark, Landschaftspark und Wiesenpark gestalterisch zu einem zusammenhängenden Erlebnisraum. Der Wiesenpark thematisiert die landschaftliche Offenheit als Pendant zum dicht bewaldeten Landschaftspark. Dem Panoramaweg folgend trifft man auf die Bubikopfallee. Hangabwärts führt sie bis zur neuen Brücke über die B65 und weiter in den Erlengrund. Hangaufwärts liegen die Erlebniswiese und das Erlebniswäldchen. Sechs Kabinette thematisieren verschiedene Naturerlebnisse. Der Panoramaweg führt zum Haupteingang der Landesgartenschau.
www.laga-badnenndorf.de, info@laga-badnenndorf.de, Tel. 05723 704 109
Landesgartenschau Neuss, Nordrhein-Westfalen (16. April bis 11. Oktober)
3Das Areal der ehemaligen Galopprennbahn zwischen Kirmesplatz und der Neusser Innenstadt wurde für die Landesgartenschau bereits seit 2024 aufwendig nach der Entwurfsplanung des Berliner Büros „Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH“ in einen neuen Stadtpark mit rund 38 ha umgebaut, der dauerhaft erhalten bleibt. Direkt neben dem Park entsteht ein neuer Stadtteil mit 1.500 Wohnungen. Zudem soll ein neuer Radschnellweg Neuss und Düsseldorf verbinden.
4Das neue Parkgelände umfasst Beete, Wiesen, eine Terrassenanlage, einen See und 2.200 neu gepflanzte Bäume, darunter Weiden, Erlen, Eschen, Ahorn, Hasel, Kornelkirsche und Klimagehölze wie die Rot-Eiche. Im Osten des Parks liegt das „Gartenland“ mit professionell gestalteten Schaugärten und dem Zukunftsgarten als Ort für das „Grüne Klassenzimmer“. Neben dem Römischen Garten und dem Olivengarten gibt es zudem sechs Wohlfühlgärten, gestaltet als inspirierende Gartenkonzepte von renommierten Landschaftsgärtnern aus NRW, sowie drei Abenteuerspielplätze.
Das westliche Ende des Geländes bietet Orte für Kunst, Begegnungen und Events. Eine 30 m hohe begehbare Rhein-Landmarke, eine Nebel-Architekturskulptur am sanierten Totalisator und eine Gartenskulptur mit nach oben hin offener, kreisrunder, pavillonartiger Struktur im „Ort der Religionen“ inszenieren Kunst als Aufmerksamkeitsfaktor. Die alte Reithalle wird freigelegt und zum Treffpunkt Gartenremise entwickelt.
Auch nach dem Ende der Landesgartenschau 2026 bleibt das umgestaltete Areal der Galopprennbahn als Stadtpark „Grünes Herz“ erhalten.
www.landesgartenschau-neuss.de
Landesgartenschau Ellwangen, Baden-Württemberg (24. April bis 4. Oktober 2026)
5Wie Wandel funktionieren kann, hat die Landesgartenschau Ellwangen bereits jetzt bewiesen. Aus dem Großparkplatz Schießwasen und den zuvor nahezu ungenutzten Auwiesen entsteht ein pittoreskes und zeitgemäßes Naherholungsgebiet, das viel Platz für Pflanze, Tier und Mensch bietet. Durchzogen wird das rund 26 ha große Gelände von der Jagst. Der Fluss ist in den vergangenen Jahren aufwendig renaturiert worden und fließt nun wieder in natürlichen Mäandern. In den 1950er-Jahren war die Jagst aus Gründen des Hochwasserschutzes begradigt und in ein Steinbett gelegt worden – nahezu unzugänglich für den Menschen. Nun aber, im Zuge der Umbauarbeiten, kann der Fluss ganz nach dem Leitsatz „Ellwangen an die Jagst“ wieder erreicht und genossen werden – zum Beispiel am Sparkassen-Stadtstrand, der derzeit entsteht.
6Grob gegliedert ist das LGS-Areal in drei neu gestaltete Parkanlagen. Der Brückenpark bietet urbane Atmosphäre mit neuem Jugend- und Kulturzentrum (Standort des Treffpunkts BW während der Schau), einer Skateanlage und weiteren Spielmöglichkeiten. Im Stadtpark locken zahlreiche Pavillons, die Hauptgastronomie sowie die große Sparkassen-Heimatbühne mit Veranstaltungen und Konzerten. Im Auenpark tritt der Mensch ein Stück weit in den Hintergrund und wird zum Beobachter der wunderbaren Naturlandschaft. Attraktiv angelegte Schaugärten, der Zeiss-Naturbeobachtungssteg und der fast 14 m hohe Aussichtsturm „Jagstblick“ mit angrenzendem Kinderspielplatz sorgen für Eindrücke, die noch lange im Gedächtnis bleiben werden.
Die Landesgartenschau in Ellwangen befindet sich nicht irgendwo außerhalb auf der „grünen Wiese“, sondern liegt innenstadtnah und ist von der City und dem Bahnhof fußläufig in wenigen Minuten erreichbar. Ein intelligentes Leitsystem wird die Besucher vom Bahnhof, dem zentralen Einfallstor zur LGS, durch die City zum Gelände lotsen. Das ist wichtig, denn auch die historische Innenstadt leistet einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der LGS. Besonders eingebunden sind beispielsweise die Basilika St. Vitus mit der Blumenschau, einem zentralen Element jeder Landesgartenschau, und die Evangelische Stadtkirche, die unter anderem die „Gaia“ des britischen Künstlers Luke Jerram, eine große Nachbildung der Erde, präsentieren wird. In der Stadthalle wird zudem die Ausstellung „Garden Futures“ des Vitra Design Museums gezeigt.
Landesgartenschau Leinefelde-Worbis, Thüringen (23. April bis 11. Oktober 2026)
7Unter dem Leitmotiv „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ zeigt die LGS, wie aus versiegelten Industrieflächen und funktionalen Relikten moderne, grüne Lebensräume entstehen.
8Die „Grüne Achse“ verbindet bisher fragmentierte Stadtbereiche, den Bahnhof und die neuen Parklandschaften ökologisch und funktional. So wird im Augarten im Süden der Stadt die Ohne auf rund 10 ha in ihr historisches Flussbett zurückgeführt. Für die Renaturierung und Bepflanzung der Ohne-Auen ist das Büro Sinai, Berlin, zuständig. Es entsteht eine lebendige Auenlandschaft. Die archäologischen Funde der 900 Jahre alten Wüstung Kirrode wurden dauerhaft integriert und machen das mittelalterliche Dorfleben durch Stahlkonstruktionen und digitale Wissensvermittlung greifbar.
9Ein weiteres Schlüsselprojekt ist die Gartenstadt. Wo einst mehr als 850 Garagen die Landschaft versiegelten, entsteht ein 5 ha großes Areal, das während der LGS acht innovative Themengärten des GaLaBau-FV Hessen-Thüringen sowie Beiträge von Baumschulen und Friedhofsgärtnern präsentiert. Nach 2026 bildet diese grüne Infrastruktur die Basis für ein nachhaltiges, naturnahes Wohnquartier.
Für die Blumenschauen wird ein ehemaliger DDR-Plattenbau in eine vertikale Blumenhalle transformiert. Die Gesamtplanung übernimmt für die Freianlagen plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt.
Für die Pflanzplanung auch von Wechselflor und Staudenpflanzungen sind das Büro Ziegler und die Garten- und Landschaftsarchitektin Lisa Weisner zuständig. Dauerhaft erhalten bleiben der renaturierte Ohne-Auepark, der modernisierte Lunapark mit dem historischen „Tüffers Garten“ und dem Wiesentheater, das archäologische Areal Kirrode sowie die erschlossene Gartenstadt als Fundament für eine klimaresiliente Stadtentwicklung des 21. Jahrhunderts.



























Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.